Sanierung von Innenräumen mit Schimmelbefall

Nach einem Hochwasser bieten feuchte Innenräume ideale Wachstumsbedingungen für Schimmel. Der bläuliche Belag riecht unangenehm, schädigt die Bausubstanz und ist ein Gesundheitsrisiko – mit möglicherweise dramatischen Folgen. Schimmelpilze können Allergien auslösen, Entzündungen und sogar Infektionen hervorrufen.

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Arbeitsschutzmaßnahmen

Nicht nur die Gesundheit der Hausbewohner ist in Gefahr. Auch Sanierer müssen sich bei der Arbeit gut schützen und die Ausbreitung des Schimmels verhindern.

Technische und bauliche Maßnahmen

  • Staubarme Arbeitstechniken anwenden.
  • Maschinen und Geräte mit integrierter Staubabsaugung nutzen, zum Beispiel Putzfräse mit Absaugung.
  • Staubentwicklung minimieren durch Befeuchten (nur bei kurzen Arbeiten) oder durch Bindemittel zum Beispiel beim Ablösen von Tapeten.
  • Schimmelpilzbefallene Materialien abdecken oder abkleben.
  • Technische Belüftung einsetzen bei Arbeiten mit Chemikalien oder bei hoher Staubbelastung.

Organisatorische Maßnahmen

  • Kontamination unbelasteter Bereiche vermeiden, zum Beispiel durch gründliche Reinigung nach der Sanierung.
  • Mobiliar, Wände und Böden vor der Sanierung abdecken.
  • Schadensbereich staubdicht abtrennen.
  • Arbeitsbereiche mit Industriesauger der Staubklasse H reinigen; glatte Flächen feucht abwischen.
  • Vor Pausen und nach Beendigung der Tätigkeit unbedingt Hände waschen.
  • Hautreinigungsmittel sowie Hautschutz- und Hautpflegemittel verwenden, nach Arbeiten mit Abwasser die Hände desinfizieren.
  • Lebensmittel und Getränke nur außerhalb des Sanierungsbereiches aufbewahren und verzehren.
  • Mahlzeiten nicht in verschmutzter Arbeitskleidung verzehren.
  • Straßenkleidung getrennt von Arbeitskleidung und persönlicher Schutzausrüstung aufbewahren.
  • Arbeitskleidung und persönliche Schutzausrüstung regelmäßig reinigen und wechseln.
  • Mit Schimmelpilzen befallene Materialien in staubdichten Behältern sammeln und entsorgen, zum Beispiel in sogenannten Bigbags.

Persönliche Schutzausrüstung

  • Schutzkleidung tragen, am besten einen Einwegschutzanzug mit Kapuze (Kategorie III, Typ 5); bei Kontakt mit Abwasser wasserdichte Schutzkleidung oder Einwegschutzkleidung anlegen, die gegen Mikroorganismen dicht ist.
  • Unbedingt Handschuhe anziehen, am besten aus Nitril- oder Butylkautschuk. Bei Feuchtarbeiten müssen die Handschuhe wasserdicht sein; Handschuhe aus Leder oder Textilien sowie medizinische Einmalhandschuhe sind ungeeignet.
  • Bei Gefahr von Spritzwasser oder bei Arbeiten über Kopf eine Korbbrille tragen, noch besseren Schutz bietet eine Vollmaske.
  • Abhängig von der Gefährdungsklasse empfohlene Masken tragen, die Filter der Atemschutzmasken müssen täglich gewechselt werden.
  • Abwaschbare Sicherheitsschuhe tragen.

Gefährdung durch Chemikalien

Gegen Schimmel hilft langfristig nur die chemische Keule. Aber Vorsicht! Vor der Anwendung müssen neben Arbeitsschutzmaßnahmen auch bauchemische und bautechnische Aspekte beachtet werden. Eine intensive Raumlüftung ist bei allen Arbeiten unbedingt erforderlich.

 

Bei der Sanierung kommen beispielsweise Chlorbleichlauge, Chlorkalk oder Wasserstoffsuperoxid zum Einsatz. Diese Substanzen wirken stark ätzend auf Haut, Augen und Schleimhäute und haben eine toxische Wirkung. Außerdem können sie Korrosionsschäden an Metallen und Veränderungen an organischen Stoffen auslösen. Ethanol und Isopropanol wiederum sind leicht entzündlich und leicht flüchtig. Es besteht Brand- und Explosionsgefahr! Daher sollten diese Verbindungen nur zur Desinfektion kleiner Flächen benutzt werden. Halten Sie sich deshalb genau an die empfohlene Anwendung und informieren Sie sich ausführlich über mögliche Gefahren beim Hersteller. Orientierung bietet auch das Gefahrstoff-Informationssystem der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft.